Milow ein Hundeleben

Tag 1

Freitag 1.2.2019

Hallo Kelly,

ich bin`s! Milow der zweite. Am Freitagnachmittag wurde ich von zwei Menschen entführt!

Du hast ja sicherlich noch mitbekommen, wie bei Wessling Kaffee getrunken wurde und dabei ein paar Papiere die Seite wechselten. Hat mich nicht weiter gejuckt. Schließlich war Bruder Kante und du meine liebste Mami doch bei mir. 

Mit Mama auf der Decke !

Ich schlief ganz friedlich, als sich der Zweibeiner mit dem Fell im Gesicht mich schnappte und zu einem schwarzen Auto trug. Dort steckte mich seine Komplizin, eine kleine Frau, doch einfach in so in eine Hunde Box und Sie fuhren mit mir von dannen.  Allein und eingesperrt im Kofferraum, das gefiel mir gar nicht! Also zeigte ich den beiden mal so richtig was ich Gesangstechnisch so drauf habe. Der Typ mit dem Fell im Gesicht, der sich mir als Herrchen vorstellte, hatte dann schnell ein erbarmen und öffnete das Gitter, so das ich raus in den Kofferraum konnte. Dort gefiel es mir schon besser, doch mein Stimmtraining wollte ich noch nicht abbrechen. Herrchen knuddelte mich ein wenig und legte sich auf der Rückbank zu mir. Er zeigt mir dann, wie man im Auto einschlafen kann. Einfach die Augen zu gemacht und weg war ich.

Die Frau die sich mir später als Frauchen vorstellte, weckte mich und half mir aus dem Kofferraum.

Wir wären zu Hause sagten beiden mit aufgeregter Stimme. Ich war ausgeschlafen und hatte genug Energie für eine kleine Kennenlerntour. Ich fand sogleich den Wassertopf und nur wenig später füllte sich der Nachbar Topf mit dem mir vertrauten Futter. Da ich nun alle Reservoirs aufgefüllt hatte, musste auch was wieder raus. Über eine Terassentür gelangt man, ähnlich wie bei den Wesslings schnell im Garten.

Hier geht es raus!

Der war mir erst etwas unheimlich, da es schon dunkel war. Da habe ich meine Geschäfte ganz schnell erledigt und bin wieder rein ins muckelig warme Wohnzimmer. Dort haben die beiden mir einen schönen Platz eingerichtet, doch ich habe es vorgezogen den beiden an die Couch zu folgen und mich da aufs Ohr zu hauen.

Mein Platz ist vor der Couch, nicht darauf auch wenns eng ist…….

Es könnte mir hier gefallen dachte ich. Mein Bauch ist voll, großartiges Spielzeug gibt’s hier und die beiden kraulen mich die ganze Zeit und kümmern sich um mich.

Doch da wusste ich noch nicht, dass ich bei Frauchen im Schlafzimmer in einem Laufstall schlafen sollte.

Mein Laufstall „Knast“

Da konnte ich nicht raus! Da waren Gitter angebracht, fast so wie im Knast! Aber Frauchen meinte ich müsse hier schlafen. Da habe ich ihr halt noch mal so richtig was vorgesungen. Aber dann wurde ich müde. War ein aufregender Tag. Gegen 3 Uhr morgens war ich wieder fit. Frauchen: Pipi!

Um die Uhrzeit war der Garten immer noch dunkel, daher schnell wieder rein. Im Wohnzimmer lag noch mein Spielzeug! Also Frauchen komm spielen! Doch die Spielverderberin hatte keine Lust! Unverschämt!

Ich war fit wie ein Turnschuh, doch die wollte lieber ins Bett. Kaum im Gefängnis angekommen, habe ich Ihr noch ein schönes Ständchen gebracht und dann immer im zwei Stunden Takt bis Sie mich aus dem Gefängnis befreite und mir ein leckeres Frühstück bereitete.

Das erste Wochenende

Sa & So 2.und 3. Februar 2019

Nach dem Frühstück ging es raus in den Garten und siehe da den gibt es auch mit Licht. Ich konnte alles entdecken. Riecht alles etwas anders als im Emsland, doch es gefällt mir! Ich jage Laubblätter, finde halbe Nussschalen und kleine Steinchen, auf denen man prima rum kauen kann.

Toll, was man hier so alles finden kann!

Doch kaum knirscht es schön zwischen den Zähnen kommt Herrchen oder Frauchen und nimmt es mir aus der Schnauze. Die wissen einfach nicht was gut ist! Mama Kelley hat mir schon mit der Muttermilch mitgegeben das die Zweibeiner schon manchmal etwas komisch sind. Doch solange die mich unterhalten und mir dreimal am Tag den Fressnapf voll machen ist das akzeptabel.

Links Wasser, Rechts Futter (wenn nicht schon alle)

Merkwürdig ist hier jedoch so ein vierbeiniger Mitbewohner, der einem Hund zwar leicht ähnelt aber viel hässlicher ist. Katze oder Jerry rufen Frauchen und Herrchen das Tier. Es verhält sich recht komisch.

Wenn wir uns im Haus sehen, ist dieses Viech immer so unentspannt, macht sich groß und steif und das scheckige Fell stellt sich auf. Herrchen und Frauchen machen dann immer einen auf Mediator und reden beruhigend auf das nervöse Tier und mich ein. Hilft jedoch wenig! Ich musste leidvoll erfahren das dieses Viech zu aggressiven Verhalten neigt.

Jerry is not amused!

Es ist Samstagmittag, ich komm zurück von meinem Geschäft aus dem Garten, da steht diese Katze in der Tür und will raus in den Garten. Ich rein auf die zu und denk mir, ich stell mich mal richtig vor. In diesem Moment verpasst mir das Viech gleich rechts und links ein paar mit Ihren schnellen Tatzen und ich weine fürchterlich. Nicht etwa das die mich verletzt hätte, nein ich war erschrocken wie boshaft und gewalttätig die sein konnte. Die war jedoch von meinem forschen Auftritt und lautem fiepen so beeindruckt das Sie sich fürs Rest vom Wochenende im Keller verkrochen hat.

Hätte nie gedacht einen Revierkampf zu gewinnen ohne gekämpft zu haben. Tja bin wohl ein Natur Talent.

Am Nachmittag hat Herrchen so eine komische rechteckige Kiste an der Wohnzimmer Wand eingeschaltet. Darauf waren tolle bunte bewegte Bilder und ganz viele Geräusche.

OK gebe zu, das war vor dem Spiel! Währendessen hatte Papa keine Zeit für Fotos…

Zwischendurch gab Herrchen laute von sich ab wie: oooh,aaaah, Toooor und schwarz/gelbe Zweibeiner in der Kiste jubelten. Wie es aussieht ist mein Herrchen BVB Fan. Was habe ich für ein Glück! Stell dir mal vor der wäre Bayern Fan. Ich glaube ich wäre vom Niederrhein zurück ins Emsland gewandert.

Die Münchner haben in Leverkusen verloren haben. Das war für uns ein fest und zugleich ein Trost fürs unentschieden in Frankfurt.

Herrchen fand es so toll das ich auf BVB Fan bin, das er mich gleich adoptiert hat!

So ein Halstuch bekomme ich !

Bin jetzt formell: Milow Visser und meine Eltern sind Karla und Ralf Visser

Als neues Familienmitglied muss ich natürlich den Rest der Brut kennen lernen. Mama hat da etwas die ganze Zeit in der Küche gemacht und später als alle da waren wurden lecker riechende Sachen ins Esszimmer gebracht. Da haben die alle gesessen und gefuttert und ich wurde vor, während und danach von allen abwechseln durchgeknuddelt.

Am Sonntag gab es dann noch einen großen Familien Spaziergang und ich habe Karlson den Nachbar Hund kennen gelernt. Hier gibt es echt viel für mich zu entdecken. Radfahrer, Jogger, Autos, LKWS, Hunde, Katzen, Vögel etc.

Nachbar Karlson von vis a vis

Ist ganz schön was los hier. Das schaff ich nur im Stundentakt. Danach bin ich kaputt und hau mich auf den Teppich.

Den ganzen Tag steh ich im Mittelpunkt und ständig halten die mir so einen Apparat hin wo Blitze rauskommen. Manchmal rufen die dazu: Milow posing und wollen das ich stillhalte. Mach ich natürlich nicht, sonst posten die meine Bilder noch bei Instagram und ich werde zum Internet Star.

Mir reicht mein Welpen Status vorerst völlig.

Das waren noch Zeiten als ich mit Bruder „Kante“ noch abratzen konnte!

Die erste Woche

Langsam, ganz langsam kommt Routine in die Sache! Wenn ich Blasendruck verspüre, gehe ich zur Terassentür und schon kommt Mama oder Papa angelaufen und machen einen auf Türöffner.

Für mein Geschäft auf dem Rasen werde ich stets gelobt: Feeeeeeiiiin Milow! Frage mich wohin das noch führt. Wenn die jetzt noch anfangen zu klatschen, wenn Pipi mach, dann ist aber Schluss mit Lustig.

Privatsphäre? Kennen die hier nicht! Es wird einfach geknippst…..

Wenn ich es mal nicht rechtzeitig zur Terassentür schaffe und auf den Teppich mache, sind die beiden irgendwie nicht so gut gelaunt. Ich glaube so langsam es ist schwer den Zweibeiner alles Recht zu machen.

Beim Spaziergang soll ich immer bei Fuß laufen und durchmarschieren, doch für mich ist hier immer noch alles neu! Also lauf ich mal rechts, mal links, mal geradeaus und wenn es mir unheimlich und unbekannt ist, setzte ich mich auf den Allerwertesten und sondiere erst einmal die Lage.

Noch hat Mama mehr Spaß als ich.

Komm Milow, komm! Rufen die dann immer. Das reicht mir aber meist nicht und ich lass die beiden noch pfeifen, runterbücken und in die Händeklatschen. Ich glaub die lassen sich leicht erziehen!

Die krieg ich schon hin!

Zur Fütterzeit klappt das schon bestens! Ich gehe in die Küche zu meinem leeren Napf und mache einen ganz hungrigen Blick. Mama guckt dann auf so ein rundes Ding, das in der Küche hängt und sagt dann:

Milow, du hast ja recht! Ist schon Fütterungszeit und macht mir bereitwillig den Fressnapf voll.

Spielzeug apportieren können Mama und Papa auch schon ganz gut! Morgens liegt alles schön aufgeräumt in meiner Hunde Box im Wohnzimmer. Da hole ich dann nach und nach alles raus, spiele damit und verteile die Spielsachen im ganzen Erdgeschoss. Kaum guck ich mal nicht hin, bringen die alles wieder zurück in die Box. Prima Service von den beiden! Wäre mir echt zu stressig, dass allein alles wieder einzusammeln.

……mmmmh riecht nach Cheeseburger!

Das Spielzeug ist schon toll. Es knistert, es quietscht, es ist weich und kuschelig, doch am liebsten Spiele ich mit anderen Sachen. Der Lang Flor Teppich ist toll, der Katzenkratzbaum, Pantoffel und Schuhe, Plastikflaschen, Kunststoffschüsseln, Pflanzen, Sträucher etc. Davon haben die hier ausreichend!

Doch kaum schnapp ich mir was davon, schon sitzt mir einer der beiden Zweibeiner im Nacken und nimmt es mir weg und gibt mir diese doofe Hundespielzeug. Will die ja nicht beleidigen und spielt dann halt kurz damit. Solange bis die nicht mehr hingucken, dann schlag ich wieder zu. Hihi macht mir echt Spaß die beiden auf Trab zu halten.

Ich stehe irgendwie immer unter Beobachtung……

Die kommen sogar gelaufen, wenn ich mir die Ohren mit den Hinterpfoten kratze. Milow nicht kratzen! Hör ich dann immer wieder. Mama macht mir abends immer so ein fieses Zeug in die Ohren und meint damit das jucken in den Griff zu bekommen, doch mich juckt es immer mehr.

Am Freitag habe ich dann mit den beiden nach dem Export aus dem Emsland und den Import an den Niederrhein, meine erste Auto fahrt gemacht. Ich musst in so einer riesigen Alu Box mit Stäben sitzen und fühlte mich wieder eingesperrt wie im Knast. Also habe ich meinen schönsten Protestgesang aufgesetzt und kräftig meine Stimmbänder trainiert. Ich gerade so richtig schön in Fahrt, da stoppt das Auto und Mama holt mich raus. Wir stehen vor einem Gebäude und auf dem Parkplatz stehen noch mehr von diesen 4 rädrigen brumm, brumm.

Will ich hier wirklich aussteigen?

Wir waren beim Tierarzt! Ich musste im Wartezimmer neben zwei Katzen sitzen und mich auf so eine komische Platte stellen, wo man mein Gewicht ablesen konnte. Booah 8,5 Kg ganz schön schwer sagt Papa und ging mit mir in ein anderes Zimmer wo zwei Frauen auf uns warteten. Es gab knuddel und Leckerchen aber ich spürte, hier kann es ganz schön unangenehm werden.

Richtig so war es auch! Ich wurde auf so einen Alu tisch gehoben und die Frau mit dem Kittel an prokelte in meinen Ohren rum. Ich sollte stillhalten, doch ich dachte nicht dran! Sind meine Ohren, auch wenn die jucken. Frau Doktor schaute besorgt und sagte: Das sieht schlimm aus! Mama und Papa waren auch entsetzt und sagten Ihr: Ja Frau Doktor, wir behandeln das Ohr jetzt schon eine Woche und es wird nicht besser. Zwischenzeitlich hatte meine Hinterpfote beim linken Ohr bereits für eine kleine Selbstzerstörung gesorgt. So kam zum Juckreiz noch eine kleine Wunde und die Menschen um mich herum besprachen eine Behandlung, die beides in den Griff bekommen sollte.

Kein schöner Ort für Hund und Katze, muss aber sein!

Mit einem neuen Medikament ausgerüstet sind wir dann wieder ins Auto. Ich war wieder allein und eingesperrt. Für das Stimmtraining hatte ich jedoch keine Kraft mehr und bin gleich weggeratzt.

Stressbewältigungs Programm Nr. 1

Ist doch ganz schön stressig so ein Artztbesuch! Zuhause angekommen gab es gleich Abendessen und alles war vergessen.

Da meine Mama auch ein wenig gestresst war und in den letzten Nächten wenig geschlafen hatte beschloss ich die nächtlichen Gesänge und Gassi Gänge einzustellen und die Nächte durchzuschlafen.

Durchschlafen hilft für Mensch und Tier……

Morgens um 7 Uhr knurrt mir jedoch der Magen und veranlasse das Mama mit leisen fiepen geweckt wird um mir mein Frühstück zu servieren.

Wie schon berichtet, die Erziehung der Zweibeiner trägt langsam Früchte!

Ich freue mich schon auf die zweite Woche bei den Vissers!

Ich halte dich, liebe Kelly weiter auf dem laufenden!

Gruß dein Milow

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